Sucht-Selbsthilfe optimieren durch Gesundheitsförderung
Ganzheitlich gesund – zufrieden abstinent
Transfertagung vom 7. bis 9. Mai in Karlsruhe
Spaß, Freude und Gemeinschaft stehen im Mittelpunkt
„Zufrieden abstinent zu sein bedeutet, seelisch und körperlich gesund zu sein“, stellte Rolf Schmidt, Vorsitzender der Freundeskreise, zum Beginn der Transfertagung am 8. Mai in Karlsruhe fest. Die Tagung im Rahmen des Projekts S.o.G. – Suchtselbsthilfe optimieren durch Gesundheitsförderung - wollte Ergebnisse und Informationen weitergeben und den anwesenden rund 100 Mitgliedern der Freundeskreise das Thema Gesundheitsförderung näher bringen. So bekamen die Teilnehmenden im ersten Teil Informationen, konnten danach selbst in Arbeitsgruppen in die Diskussion einsteigen und schließlich selbst erleben, was Gesundheitsförderung alles beinhaltet.
Denn Ziel der zufriedenen Abstinenz ist es auch, „dass wir uns an das erinnern, was uns wirklich gut tut und was uns gesund erhält“, fasste es Rolf Schmidt zusammen. Er wünschte sich, dass das Thema in den Gruppen als fester Bestandteil einer zufriedenen Abstinenz gesehen wird. Die rund 100 Teilnehmenden waren zum Teil Aktive des Projekts S.o.G. Da die Transfer-tagung nach einer Delegiertenversammlung stattfand, saßen vor allem zahlreiche Vertreter aus Landesverbänden und Gruppenbegleiter im Saal des Waldheims Gustav-Jacob-Hütte. Das Waldheim bot mit den umgebenden Wald und der entspannten Atmosphäre das ideale und gesunde Ambiente.
Das Projekt und seine Ziele
Käthe Körtel, Geschäftsführerin der Freundeskreise, gab noch einmal einen Überblick über das Projekt S.o.G. Mehr Gesundheit sorgt für Entspannung und mindert die Gefahr eines Rückfalls. Suchtkranke entdecken ebenso wie Angehörige ihre Bedürfnisse und wie sie diese auf gesundem Weg erfüllen können. 16 Mitglieder der Freundeskreise hatten Schulungen zu den drei Themen „Gesunde Ernährung“, „Bewegung und Sport“ sowie „Weniger Rauchen“ erhalten und wurden zu „Botschaftern“ und Sympathieträgern in ihren Landesverbänden und ihren Gruppen. Weil das Interesse so groß war, hatten die Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe in einem Zusatzseminar weiteren Mitgliedern die Möglichkeit für Schulungen geboten. Eine Verbandsinterne Arbeitsgruppe hatte daran gearbeitet, die Themen in den Strukturen des Verbandes zu etablieren.
Das Projekt hatte ungeahnten Erfolg. Die Multiplikatoren und –innen aus den Workshops konnten zahlreiche Aktivitäten in den Gruppen starten. Von Kochkursen über Gruppenstunden komplett ohne blauen Dunst über Fußballturniere, Line-Dance oder Hochseilgärten reichten die Aktionen. Jacqueline Engelke machte in ihrem Vortrag denn auch deutlich, dass Gesundheitsförderung für die Sucht-Selbsthilfe nichts Fremdes ist. Vielmehr geschieht sie an vielen Stellen bereits und war immer Teil der Arbeit. Nun geht es darum, sie zu erweitern und ein Bewusstsein für ein gesundheitsförderndes Verhalten zu schaffen. Die Projektleiterin zeigte noch einmal die Bedeutung der drei Themen des Projekts für eine zufriedene Abstinenz auf. Es geht darum, die Blickrichtung im Verband und in den Gruppen zu erweitern, damit Lebens-potenziale und Möglichkeiten tatsächlich gelebt werden können.
Wichtige Botschaft dabei: Das alles kann viel Spaß machen und fördert die Gemeinschaft. Es geht um viele kleine Schritte, von denen etliche schon gemacht wurden. Eine Schokoladenübung machte deutlich, dass es im Projekt um Genuss und Freude und nicht um ein „Muss“ und einen erhobenen Zeigefinger geht.
Wie man die Gesundheit ins Bewusstsein bringt
Danach ging es in fünf Arbeitsgruppen, die von S.o.G. Aktiven geleitet wurden, um die Frage, wie die Themen in den Alltag der Gruppen integriert werden können. Wie schafft man in den Gruppen ein Bewusstsein, dass zufriedene Abstinenz und Gesundheit zusammengehören? In den Arbeitsgruppen wurden zum Teil die Themen noch einmal vorgestellt sowie Erfahrungen ausgetauscht. Die Teilnehmenden diskutierten aber auch etliche Ideen und Voraussetzungen für Erfolg und Nachhaltigkeit. Am Ende war klar, dass es nur mit Spaß und Freude funktionieren kann und dass viele kleine Schritte zu einem großen werden können. Die Landesverbände können die Themen in Fortbildungen aufgreifen. Gesundheit sollte auch Teil der Ausbildung werden. Rauchen erwies sich als Thema mit Haken und Ösen. Es erzeugt Ängste und Widerstände. Doch die Diskussion um das Rauchen ist auf dem Weg und damit ist es zum Thema geworden. Angemahnt wurden besonders zum Rauchen weitere Schulungen und Hilfestellungen.
Spaziergang, Tanz, Collagen – eigenes Erleben ermöglicht
Der Nachmittag stand im Zeichen des eigenen Erlebens. Der Landesverband bot eine Saftbar mit leckeren und gesunden Saft-Cocktails, im Foyer präsentierten Landesverbände auf Moderationswänden Aktivitäten zu S.o.G. S.o.G. Aktive boten bei einem „Markt der Möglichkeiten“ die Chance, Erfahrungen zu Genuss, Bewegung oder Rauchen zu machen. Wie ist es, ein Gruppenthema nicht im Raum sitzend zu besprechen sondern bei einem Spaziergang darüber zu reden? Das Erleben muss positiv gewesen sein, denn manch einer zog es in Erwägung, so etwas in der eigenen Gruppe zu probieren. Tanz und Bewegung zu Musik machte ebenso viel Spaß wie das Erleben der Sinne mit viel Duft und Geschmack. Rauchen wurde in einer Gruppe thematisiert und vertieft, in einem anderen Raum wurde gesungen und es entstanden wunderschöne Collagen zum Thema Ernährung.
Mittlerweile schien sogar die Sonne und etliche Gespräche draußen drehten sich um die positiven Erfahrungen und Erlebnisse zum Thema Gesundheit, die die Transfertagung den Teilnehmenden beschert hatte. Da passte die Ehrung aller S.o.G Aktiven, die viel Engagement bewiesen hatten und noch immer beweisen. Sie bekamen eine Urkunde und einen großen Applaus der Anwesenden. Spaß und Freude hatte die Transfertagung ebenso wie das Projekt allemal gemacht – und dieses Gefühl zum Thema Gesundheit nahmen alle mit nach Hause in ihre Verbände und Gruppen.
Freundeskreis-Mitarbeitende im Projekt S.o.G





